Digitalisierung und Vermögensanlage

Die Technologiesierung nimmt immer mehr Fahrt auf, die Algorithmen werden immer besser. Fintechs, also junge Online-Finanzdienstleister, werden den etablierten Banken auch in Zukunft weitere Marktanteile abnehmen.

 

Allerdings ist das Kundenwachstum kein Selbstläufer und viele Fintechs tun sich schwer, die eigenen Erwartungen zu erfüllen. Nur logisch erscheint dadurch der Trend in den letzten Monaten, dass sich die flexiblen und schnellen Fintechs mit den etablierten Banken verbünden. Der Zugang zu Millionen von Kunden ist damit aus Sicht des Fintechs gesichert und etablierte Banken polieren ihr Image des „schwerfälligen Tankers“ auf. Davon profitiert vor allem der private Investor. Sei es durch die Erfassung der Risikotragfähigkeit per Online-Fragebogen oder in digital-gestützten Anlagevorschlägen.

 

Entscheidend ist aber die Effizienzsteigerung durch die Digitalisierung in der Vermögensanlage. Auch mit einer kleinen Anlagesumme kann der private Investor auf eine professionelle Vermögensverwaltung zurückgreifen, die individuell auf ihn abgestimmt ist und zudem wenig kostet. Die Demokratisierung der Geldanlage wird Wirklichkeit.


In dieser neuen Welt entstehen neue Herausforderungen. Für Kunden wie für die Anbieter. So dürfte Beratung zwar unpersönlicher werden, kann aber durch den intelligenten Einsatz von Technologie sehr viel konkreter werden. Und die angebotenen Lösungen werden voraussichtlich deutlich individueller. Vertriebs- und Kommunikationskanäle können bei diesen Größenordnungen und zunehmender Komplexität fast ausschließlich digital abgebildet werden. Für Anbieter bedeutet die Demokratisierung, dass die Kundenprofile, auf die in der Beratung eingegangen werden muß, noch vielfältiger werden können. Um diese Profile besser „abzuholen“, sind verhaltensökonomische Erkenntnisse zu Themen wie Anlegerverhalten oder Risikoempfinden gefragter denn je.